Zuckerrüben Journal Nr. 02/2018
LZ 19 · 2018 Zuckerrübenjournal | 17 | Z U C K E R T E C H N I K A N B A U | B E T R I E B S W I R T S C H A F T | M A R K T | P O L I T I K | A K T U E L L E S | schwierigen Rübenstandort im Rhein- land. Grafik 3 zeigt, dass keine der acht Varianten eine befriedigende Unkraut- wirkung erzielen konnte. Vor allem die Standardvariante 1 mit der dreimali- gen Flächenapplikation ist unbefriedi- gend. Für eine ausreichende Unkraut- kontrolle hätte eine zusätzliche vierte Maßnahme durchgeführt werden müs- sen, die im Versuchskonzept allerdings nicht vorgesehen war. Ein für Kartoffelbetriebe bekanntes Problem sind die Ausfallkartoffeln, die auf dem Standort Grouven mit 14 Pflanzen/m 2 auftraten. Keine der Vari- anten, auch nicht die schneidende Hackmaschine, konnten hier überzeu- gen (Grafik 4). Versuchsergebnisse 2015 Auf beiden Standorten 2015 waren Gänsefuß/Melde mit je 12 Pflanzen/ m 2 die Leitverunkrautung und entspra- chen damit vielen typischen Rübens- tandorten mit einer schwachen Verun- krautung. Hier zeigten alle acht Vari- anten eine sehr hohe Wirksamkeit und kaum Unterschiede (Grafik 3 und 4). Versuchsergebnisse 2016 Der Widdendorfer Standort zeigte mit 78 Ackerstiefmütterchen/m 2 einen sehr starken Unkrautbesatz. Hier konn- te weder mit der dreimaligen Flächen- spritze noch mit den kombinierten Va- rianten eine ausreichende Unkrautwir- kung erzielt werden. Entsprechend dem Jahr 2014 (Bingelkraut) wäre auch hier eine vierte Maßnahme notwendig gewesen. In dieser dreijährigen Versuchsserie konnten nur geringe Unterschiede zwischen den Varianten festgestellt werden. Weitere Beobachtungen Die Wirkung der Geräte und Werkzeu- ge zur mechanischen Unkrautregulie- rung beruht auf dem Herausreißen oder Verschütten der Unkräuter. Der Roll- und Zinkenstriegel lockerte den Boden oberflächlich in einer Tiefe von 2 bis 3 cm auf, sodass lediglich kleine Unkräuter ausgerissen oder verschüt- tet wurden. Die Hacke konnte mit ih- ren schneidenden Werkzeugen, im Vergleich zu den Striegeln, jedoch auch größere Unkräuter noch effektiv bekämpfen. Des Weiteren wurde beob- achtet, dass ein Wachstumsunterschied zwischen dem Unkraut und der Kul- turpflanze bei den flächigen Striegel- varianten bestehen muss. Die Zucker- rüben sollten das zweite Laubblattpaar ausgebildet haben, da sonst beim Ein- griff in die Reihe die Gefahr von Rü- benverlusten besteht. 0 20 40 60 80 100 1 2 3 4 5 6 7 8 % 2014 2015 2016 Mittelwert Grafik 3: Unkrautwirkung 2014 bis 2016 – Standort Widdendorf 0 20 40 60 80 100 1 2 3 4 5 6 7 8 % 2014 2015 2016 Mittelwert Grafik 4: Unkrautwirkung 2014 bis 2016 – Standort Grouven 2016 Eine weitere Variante war ein Zinkenstriegel. Eher eine Ausnah- me: Eine Rübe fiel der Hacke zum Opfer. Fotos: Clemens Eßer
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