Zuckerrüben Journal Nr. 02/2018
16 | Zuckerrübenjournal LZ 19 · 2018 | A K T U E L L E S | P O L I T I K | M A R K T | B E T R I E B S W I R T S C H A F T | A N B A U T E C H N I K Z U C K E R | zierung des Herbizidaufwands bei der Bandapplikation. Versuchsaktivitäten im Rheinland Auch auf rheinischen Standorten wur- de das Thema mechanische Unkraut- kontrolle seit 2014 intensiver in Praxis- versuchen bearbeitet. Besonderer Schwerpunkt war dabei auch die Un- krautkontrolle in Mulchsaaten, zumal deutschlandweit inzwischen etwa 50 % der Rüben in konservierenden Anbau- systemen heranwachsen. Um die Effekte neuer Verfahren der chemisch-mechanischen Unkrautkon- trolle zu testen, wurde ein mehrjähri- ger koordinierter Versuch des IfZ ins Leben gerufen (Varianten 1 bis 4). Wei- tere zusätzliche Varianten (5 bis 8) wurden im Rheinland, gemeinsam vom Institut für Landtechnik in Bonn und vom LIZ angehängt, siehe Tabelle. Vorgestellt werden die Ergebnisse aus den Jahren 2014 bis 2016 auf jeweils zwei Standorten in Widdendorf und Grouven im Rheinland. Die Standorte unterschieden sich hinsichtlich des An- bausystems der Zuckerrüben, die in Mulchsaat und nach einer konventio- nellen Pflugfurche angebaut wurden. Ziel des Versuchs war es herauszufin- den, ob geeignete Kombinationen von chemischen und mechanischen Un- krautregulierungsmaßnahmen den Herbizideinsatz verringern können. Dazu wurde der Unkrautregulierungs- erfolg der kombinierten chemischen und mechanischen Maßnahmen unter- sucht und mit einer reinen Herbizidbe- handlung verglichen (Variante 1). Eingesetzte Technik Zum Einsatz kamen eine betriebsübli- che zwölfreihige Standardhacke von Schmotzer und eine separate Bandspritze, die im Frontanbau ge- führt wurde. Durch die getrennten Verfahren konnte sowohl die Hacke wie auch die Bandspritze zum jeweils optimalen Termin eingesetzt werden (Variante 2, 3). In Variante 4 wurden diese Maßnahmen kombiniert. In den Varianten 5 bis 8 wurde die zweite chemische Flächenbehandlung kom- plett ausgespart und durch flächige Bearbeitungen mittels Roll- oder Zin- kenstriegel ersetzt. Damit wurden in der Versuchsanlage im Rahmen einer dreimaligen Nachauflaufbehandlung acht Verfahrensvarianten verglichen. Die Ausgangsverunkrautung Auf den Praxis-Versuchsflächen wurden in den drei Versuchsjahren unterschied- liche Leitunkräuter mit zum Teil star- kem Besatz vorgefunden. Vor allem die typischen rheinischen Unkräuter, wie Bingelkraut und Gänsefuß, aber auch ei- ne starke Verunkrautung durch Acker- stiefmütterchen und Ausfallkartoffel fanden im Versuchsergebnis Berück- sichtigung, siehe Grafik 1 und 2. Versuchsergebnisse 2014 Der Standort Widdendorf zeigte mit ei- ner Ausgangsverunkrautung von 44 Bingelkräutern/m 2 einen typischen Grafik 1: Ausgangsverunkrautung 2014 bis 2016 – Standort Widdendorf, Anbausystem: konservierend 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 6102 5102 4102 Pflanzen/m² Bingelkraut Gänsefuß/Melde Ackerstiefmütterchen 0 10 20 30 40 50 60 70 6102 5102 4102 Pflanzen/m² Kartoffel Gänsefuß/Melde Franzosenkraut Grafik 2: Ausgangsverunkrautung 2014 bis 2016 – Standort Grouven, Anbausystem: konventionell Bei dieser Hacke konnte ein schma- les Herbizidband angelegt werden. Der Rollstriegel wurde sowohl in Kombination mit einer Scharhacke als auch zweimal hintereinander eingesetzt.
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