04.01.2016

Kommentar Spargel & Erdbeerprofi Nr. 01/2016 - Bewusstsein für Entscheidungen und eigene Ziele

Thomas Kühlwetter

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, sie führen auch zur Verwirklichung selbstgesteckter Ziele. Doch mindestens genauso viele Wege lenken von der Verwirklichung dieser Ziele auch ab. Im Zuge häufig wechselnder Vorzeichen und immer schneller voranschreitender gesellschaftlicher Veränderungen und vor dem Hintergrund, dass unternehmerischer Erfolg die Basis zur Existenz ist, besteht durchaus eine Gefahr, die persönlichen Ziele auch einmal aus den Augen zu verlieren. Wer sich intensiv mit dieser Frage befasst, wird feststellen, dass es nicht immer ein schwarz oder weiß gibt und die Übergänge manchmal fließend sind.

Für einige Zeitgenossen wird das Leben gerade dadurch erst interessant, für andere aber zu einer Herausforderung der besonderen Art, denn sie möchten die Anforderungen ihrer Mitstreiter im engen und weiteren Umfeld erfüllen und darüber hinaus auch die eigenen Ziele umsetzen. Und längst nicht immer ziehen alle an einem Strang.

Zitat: Eine noch so gute Geschäftsidee ist zum Scheitern verurteilt, wenn es nicht gelingt, Menschen dafür zu begeistern.

Wer entscheidet, was wichtig ist?

Natürlich entscheidet jeder Mensch für sich persönlich darüber, was ihm wichtig ist – wir leben schließlich  in einer Demokratie und freiheitlichen Grundordnung. Warum also diese Frage? Weil die eigene Freiheit spätestens dort ihre Grenzen findet, wo Sie die Freiheit und  Handeln anderer  Menschen in welcher Form auch immer beeinträchtigt. Dies gilt letztendlich für all unsere Entscheidungen, unabhängig davon, ob sie den Betrieb bzw. das Unternehmen und die dort beschäftigten Menschen oder die Familie, das engere oder weitere private Umfeld betreffen.

Als Betriebsleiter oder Unternehmer sind täglich schnelle Entscheidungen erforderlich und die Ermessensspielräume sind oftmals begrenzt. Liefern Sie zu einem bestimmten Preis oder nicht, wie legen Sie den Preis Ihrer Produkte in der Direktvermarktung fest, soll die Folie auf dem Spargeldamm gedreht werden oder nicht, zu welchem Termin werden die Erntekräfte einbestellt und wie viele Personen benötigen Sie?

In vielen Betrieben sind die Verfahrensabläufe - trotz der Konzentration auf wenige Erzeugnisse im Anbau - in den letzten Jahren immer komplexer geworden und überfordern eine Person als Entscheidungsträger an der Spitze. Dies im Vorfeld zu erkennen, ist die Grundlage unternehmerischer Weitsicht. Nur wer bereit ist, Kompetenzen und Verantwortungen abzugeben, schafft eine Basis für Wachstum und Fortentwicklung.

Hierarchien klar ordnen und die Menschen mitnehmen

Wer Erfolg will, muss die Mitarbeiter oder Mitglieder der Familie, die Kompetenzen und Verantwortungen übernehmen, mit auf die Reise nehmen und ihnen Anerkennung und Wertschätzung entgegen bringen. Und sicherlich sollte er sich auch immer wieder einmal in deren Lage hineinversetzen, um die eine oder andere Reaktion zu verstehen. Erfolg ist aus Betriebsleitersicht in dieser Betrachtungsform in erster Linie auf die Ökonomie des Unternehmens bezogen. Ausdruck des Erfolges kann aber vielleicht auch die langjährige Zugehörigkeit von Mitarbeitern, die gemeinschaftliche Lösung einer besonderen Herausforderung, die Qualifizierung von Mitarbeitern hin zu anspruchsvolleren Aufgaben oder einmal ein unerwartetes Lächeln sein.

Langfristiger Erfolg nur gemeinsam erreichbar

Eine noch so gute Geschäftsidee ist zum Scheitern verurteilt, wenn es nicht gelingt, Menschen dafür zu begeistern – dies gilt im Kleinen genauso im Großen. Frau Merkel kann die Flüchtlingsfrage nicht alleine regeln: „Wir schaffen das“. Ob wir diese Herausforderung annehmen und meistern oder nicht, wird die Zukunft zeigen. Klar ist aber, dass ein Erfolg nur möglich sein wird, wenn es gelingt, die Menschen in unserem Land zu begeistern. Die vielen Initiativen im Kleinen stimmen mutig. Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen für den Betrieb oder das Unternehmen können nur im Miteinander getroffen werden, denn die Voraussetzung für einen Erfolg ist nur dann gegeben, wenn sie auch gelebt werden können. Menschen mit Charisma oder viel Leidenschaft in der Sache haben es in dieser Hinsicht einfacher als Menschen, denen diese Eigenschaften nicht zu Eigen sind, andere für ihre Entscheidungen und Ziele zu begeistern.

Unabhängig davon ist es wichtig, sich losgelöst vom betrieblichen Alltag, über die Ausrichtung eigener Ziele, deren Umsetzung und die Auswirkungen von Entscheidungen bewusst zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen unserer gesamten Redaktion eine glückliche Hand und viel Erfolg in Ihrem Betrieb im gerade begonnenen Jahr.


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