28.09.2020

Kommentar Spargel & Erdbeer Profi Nr. 04/2020 - Nur eine Zwischenpause?

Thomas Kühlwetter

Nahezu nichts hat unsere Branche ähnlich in der für die meisten Betriebe inzwischen abgelaufenen Erntesaison so bewegt, wie die Corona-Pandemie. Zum aktuellen Zeitpunkt kann man durchaus mit ein wenig Stolz auf die vergangenen Monate zurückblicken, denn die meisten Betriebe haben diese überaus schwierige Phase mit Bravour gemeistert. Doch – so hat es zumindest den Anschein – ist die von Corona ausgehende Gefahr längst noch nicht beendet und für die kommende Saison könnte eine Fortsetzung der durch die Pandemie verursachten Maßnahmen und Vorgaben drohen.

Nach Corona wird wahrscheinlich vieles nicht mehr so sein, wie es vor der Pandemie war. Für einige Branchen in der Wirtschaft waren die Einschnitte im Vergleich zu den Auswirkungen auf die Spargel- und Beerenbetriebe noch wesentlich gravierender, auch wenn dies im Nachgang kaum ein Trost sein kann. Man denke nur einmal an die Reise- und Veranstaltungsbranche, an das Schaustellergewerbe oder die Messebranche, um nur einige Beispiele zu nennen.  Bis zu einem „zurück zum vorherigen Standard“ ist es noch ein langer Weg und Zweifel daran, ob es überhaupt noch einmal ein Zurück dahin geben wird, sind mehr als berechtigt, denn die Einstellungen vieler Menschen haben sich geändert.

Vorübergehend ist der Klimawandel aus den Köpfen verdrängt worden, aber das Ziel, den Klimawandel und dessen Folgen einzugrenzen, wird schnell wieder an Bedeutung gewinnen. Die Berufswelt hat sich tiefgreifend unter Stichworten wie Digitalisierung und Ökologisierung verändert, Corona wirkt in diesem Zusammenhang fast noch wie ein Turbo.

Die Forschung nach Impfstoffen wird auf Hochtouren betrieben und die Hoffnung sowie der Wunsch, dass diese möglichst schnell auf den Markt kommen, schwebt im Hintergrund ständig mit – dies natürlich immer mit der Maßgabe, dass trotz aller Eile im Vorfeld ausreichend getestet wurde und mögliche Gefahren für diejenigen, die sich impfen lassen, ausgeschlossen bzw. auf ein absolut vertretbares Risiko minimiert sind. In diesem Kontext ist es absolut inakzeptabel, wenn Politiker sich aus Gründen des Machterhalts mit ihren Entscheidungen über die fachliche Expertise der Verantwortlichen hinwegsetzen und einen Impfstoff verfrüht auf den Markt bringen wollen.

Doch auch mit einem oder mehreren Impfstoffen wird sich Corona nicht in absehbarer Zeit ins Nichts auflösen und man muss sicher kein Prophet sein, um dies vorherzusagen. Folglich werden uns die einschneidenden Maßnahmen, die in der Corona-Pandemie ihren Ursprung haben, zumindest in weiten Teilen erhalten bleiben. Und da bekanntlich nach der Saison auch vor der Saison ist, muss wohl auch für die kommende Saison damit gerechnet werden, dass sich in den Abläufen manches im nächsten Jahr wiederholen wird – diesmal nur mit etwas mehr Zeit zum Planen im Voraus.

Dabei kommt der Branche die in dieser Saison gewonnene Erfahrung sicher zu Gute, aber auch dies ist wiederum kein echter Trost, denn wohl kein Betrieb hat sich eine Wiederholung der Abläufe  aus dieser Saison gewünscht. Nicht zuletzt die Ereignisse in der Fleischindustrie haben dazu beigetragen, dass im Bereich der Beschäftigung und Unterbringung von Arbeitskräften deutliche Verschärfungen auf den politischen Weg gebracht wurden. Wenn in Zukunft eine Einzelunterbringung in Unterkünften zum Standard werden sollte, drohen den Betrieben erhebliche Investitionen und mancher Betriebsleiter wird sich die Frage stellen, ob er diese Hürde noch schultern will, die Fläche verringert, in ein effizienteres Anbauverfahren und Technik investiert oder den Betrieb vielleicht sogar auslaufen lässt.

Auch eine Begrenzung der Gruppenstärke auf vier Personen, wie sie die neue Arbeitsschutzregel vorsieht, zielt in eine ähnliche Richtung. Wie die Abläufe auf größeren Betrieben dann zu handeln sind, darüber hat sich in der Politik wohl kaum jemand Gedanken gemacht. Für die Betriebe könnten diese Vorgaben zu einem Horrortrip werden, falls es keine praktikablen Regeln zur Umsetzung gibt. Aber immerhin sind es ja noch einige Monate bis zum nächsten Saisonstart, und wer weiß, was sich bis dahin noch alles tut.

Geplant sind die expoSE und die expoDirekt in Karlsruhe. Auch geplant wird die Durchführung der diesjährigen Unternehmertage Spargel & Erdbeer am 30.11./01.12. im Alpenpark in Neuss – ob sie stattfinden können, hängt letztendlich von der weiteren Corona-Entwicklung (eine Durchführung ist selbstverständlich an die strenge Beachtung aller Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln geknüpft) und dem Zuspruch zur Veranstaltung ab. Auf unserer Homepage www.spargel-erdbeerprofi.de werden wir Sie ab Ende September aktuell über die Planungen informieren.

Thomas Kühlwetter

 

Kernsatz: Für die kommende Saison ist damit zu rechnen, dass manche Vorgaben fortgeführt oder gar verschärft werden.

Thomas Kühlwetter


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