21.07.2021

Kommentar LZ Rheinland Nr. 29/2021 - Auf Bauern ist Verlass

Marilena Kipp

Die Bilder aus der vergangenen Woche werden wir alle wohl nicht so schnell vergessen. Das Hochwasser hat unser schönes Rheinland schwer getroffen und unser tiefstes Mitgefühl gilt den Menschen, die weit über Materielles hi­naus Verluste hinnehmen mussten. Unser Dank gilt den vielen, vielen Bauern und Helfern, die alles stehen und liegen gelassen haben, um betroffene Gebiete zu unterstützen.

Eine Woche nach der Katastrophe scheint sich die Lage langsam zu entspannen. Doch noch immer bangen Menschen um ihr Hab und Gut oder stehen im wahrsten Sinne des Wortes vor den Trümmern ihrer Existenz. Als wäre die Corona-Krise nicht schon schlimm genug, nun auch noch das. Auch Landwirte sind betroffen und kämpfen mit den Folgen des Hochwassers, sei es durch Tier- und Ernteverluste oder Schäden an Maschinen und Hof.

Gleichzeitig fangen medial die ersten Diskussionen an. Hätte man früher vor Starkregen warnen können? Welche Schuld trägt der Klimawandel? Welcher Politiker verhält sich wie angesichts der Katastrophe? Fakt ist, viel bringen tun diese Diskussionen aktuell nicht. Statt jetzt Schuld hin- und herzuschieben oder über Nichtigkeiten zu diskutieren, sollte Energie lieber in praktische Hilfe gesteckt werden.

Genau das haben die Landwirte in der vergangenen Woche getan und damit eindrucksvoll gezeigt, was sie am besten können: Nicht lange reden, sondern machen. Helfen. Anpacken. Hoffnung spenden. Wer hier einen Blick hinter die Kulissen erhaschen konnte und erlebte, wie selbstlos sich Landwirte, Nachbarn und Freunde auf den Weg machten, kann nur sagen: Respekt! Auch in den sozialen Medien erfuhr die schnelle Ersthilfe der Bauern viel Anerkennung. Von politischer Seite aus hätte hier durchaus mehr kommen können. Zwar ist ein anerkennendes Wort in dieser Situation natürlich nicht das Wichtigste, aber trotzdem hätte es gutgetan. Denn es ist wichtig, dass Verbraucher und Städter erfahren, wer und wie Landwirte sind.

In ein paar Wochen werden die alten Diskussionen wieder zurückkehren. Über Tierhaltung. Die Düngeverordnung. Über Insektenschutz. Darüber, dass sich Landwirte und Verbraucher entfremdet haben. Wenn wir Pech haben, dann sogar darüber, welche Schuld die Landwirtschaft an der Hochwasserkatastrophe und dem Klimawandel trägt. Und natürlich ist es wichtig, zu späterer Stunde zu analysieren, wie man sich zukünftig für so etwas wappnen kann. Genauso wie Emissionen und Ernährungsverhalten thematisiert werden, sollten aus landwirtschaftlicher Sicht auch die zunehmende Flächenversiegelung und mögliche schützende Maßnahmen wie Mehrgefahrenversicherungen diskutiert werden.

Doch zunächst hat es oberste Priorität, den Betroffenen weiterhin zu helfen. Und auch wenn sie vielleicht keinen möchten – ich hoffe, dass Landwirte einen Lohn für ihren Einsatz bekommen. Einen riesengroßen Lohn in Form von Anerkennung, Wertschätzung und dem Auflösen des oft vorherrschenden Bildes der nicht veränderungsbereiten und fast schon zu modernen Landwirtschaft. Denn dieses Bild passt nicht zu den Menschen, die wir alle letzte Woche auf Treckern und mit Schaufeln in der Hand in den Hochwassergebieten gesehen haben: Landwirte sind ein wahnsinnig wichtiger Teil der Gesellschaft – und sie sind sofort zur Stelle, wenn man sie braucht.


LZ Rheinland Nr. 32/2021

Gartenbau Profi Nr. 08/2021

Spargel & Erdbeerprofi Nr. 03/2021

All Hentai games https://dtsmusic.top/ Foot Fetish